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holzbock
Ehrlichiose
Donatien und Lestoquard
1935 in Algerien

Die Krankheit ist in den Tropen und Subtropen heimisch und besonders aus dem Mittelmeerraum bekannt. In Mitteleuropa ist die Krankheit noch nicht angekommen. Dennoch gibt es auch hier eine mit der Ehrlichiose vergleichbare Erkrankung namens Anaplasmose. Diese ist aber hier heimisch und wurde nicht eingeschleppt.

Bakterien (Ehrlichien) über den Biß der braune Hundezecke
ca. 7 bis 21 Tage
Hund
nein
bisher nicht nachgewiesen

Die Krankheit verläuft in mehreren Phasen.

1) In der akuten Phase treten hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Mattigkeit und vor allem bei Anaplasmose auch Lahmheit und Gelenkbeschwerden auf. Weiterhin sind möglich: Einblutungen unter der Haut mit Bildung von blauen Flecken bis hin zu Abwehrreaktionen gegen körpereigene Strukturen des Hundes. Es soll auch in Einzelfällen Epilepsie beobachtet worden sein.

2) Die subklinische Phase kann z.T. jahrelang anhalten ohne daß sich Symptome zeigen. Die Erreger sind aber im Hund weiterhin vorhanden, ruhen nur. Ist das Immunsystem des Hundes in Ordnung und stark genug, ist es möglich, daß die ruhenden Erreger in Verlaufe der Zeit vom Körper selbst vernichtet werden und der Hund von allein genesen ist.

3) Die chronische Phase. Hier können die Symptome der 1. Phase wieder auftreten. Sie bleiben aber dann dauerhaft bestehen. Erste Anzeichen der 3. Phase sind Mattigkeit und hohes Fieber, sofern der Hund bereits die 1. Phase überstanden haben sollte. Häufiges Niesen und Nasenausfluß können hinzu kommen.

All die vorgenannten Symptome sind wiederum recht unspezifisch und können auch von anderen Hundeerkrankungen veursacht werden. Also empfiehlt sich stets der ausdrückliche Hinweis beim Tierarzt, daß der Hund aus dem Süden kommt oder daß Sie vielleicht mit dem Hund im Mittelmeerraum in Urlaub waren, damit Reisekrankheiten auch erwogen werden können.

Geringer Thrombozytenwert und ein erhöhter Lymphozytenwert im Blutbild sind feststellbar. Eine Titerbestimmung macht in den ersten Wochen nach einer Infektion wenig Sinn, weil Antikörper bis dahin noch nicht hinreichend gebildet worden sind. Eine mikroskopische Untersuchung auf bestimmte Einlagerungen in den Blutzellen erscheint zu diesem Zeitpunkt erfolgversprechender. Absolut sicher ist diese Diagnose aber auch nicht. Ein Differenzial-Blutbild kann hier eher Aufschluß über eine Erkrankung geben. Jedoch sind auch begleitende, sich bereits zeigende äußere Symptome zu berücksichtigen. Darüber hinaus ist es wichtig, zu wissen, ob und wann der Hund im Herkunftsland von einer Zecke gebissen wurde. Letzteres wird aber selten bekannt sein.

Die Krankheit ist, je früher sie erkannt wird, gut behandelbar. Ein absoluter Behandlungserfolg läßt sich aber nur schwer nachweisen, auch wenn der Hund äußerlich den Eindruck macht, als sei er genesen. Die Behandlung erfolgt mit speziellen Antibiotika, die u.a. den Wirkstoff Doxycyclinclt enthalten. Das Antibiotikum wird bei Ehrlichiose ca. 4 bis 6 und bei Anaplasmose ca. 4 Wochen verabreicht. Der Erreger wird damit oftmals nicht vernichtet. D.h. es kann später auch wieder zum Auftreten von Symptomen und Krankheitsschüben kommen. Bei ansonsten gutem Allgemeinzustand kann der Hund nach der Behandlung aber auch völlig genesen und noch viele Jahre ein völlig normales Leben führen.

Da zur Übertragung der Krankheit der Zwischenwirt "braune Hundezecke" erforderlich ist und eine direkte Ansteckung nicht möglich ist, können Sie Ihren Hund jederzeit wie einen gesunden Hund behandeln. Kuscheln Sie mit ihm so oft Sie es mögen. Körperliche Nähe zu den "Rudelmitgliedern" führt zu einer Verbesserung der Genesungschancen.

Die 1. Phase (s.o. unter Symptome) wird von vielen Hunden nicht überlebt. Die überlebenden Hunde erscheinen nach dieser Phase völlig gesund, obgleich der Erreger in ihnen weiterhin vorhanden ist.

Der Prophylaxe dient eine wirksame und rechtzeitige Zeckenprophylaxe und das gewissenhafte Absuchen der Hundehaut auf Zecken nach jedem Spaziergang in der Natur. Bei erkrankten Hunden, auch wenn die Krankheit schon lange zurück liegt, sollte Cortison nicht verabreicht werden. Wurmkuren sind zu unterlassen, es sei denn der Hund ist tatsächlich von Würmern befallen. Achten Sie bei Impfungen darauf, daß der Tierarzt Impfstoffe verwendet, die langanhaltend Schutz bieten, um unnötigen Impfstress zu vermeiden.